Nachschlagewerk

Bahn- & Lokführer-Glossar

103 zentrale Begriffe rund um Beruf, Technik, Qualifikation und Förderung — kurz definiert und untereinander verlinkt.

Beruf

Qualifikation

TriebfahrzeugführerscheinTfV

Der Triebfahrzeugführerschein ist die gesetzlich vorgeschriebene Fahrerlaubnis für Triebfahrzeugführer, geregelt in der Triebfahrzeugführerscheinverordnung (TfV).

Umschulung zum Lokführer

Eine Umschulung zum Lokführer ist eine verkürzte, berufsbegleitend oder in Vollzeit absolvierte Qualifizierung (rund 12–15 Monate), die Quereinsteiger zum geprüften Triebfahrzeugführer ausbildet.

Medizinische & psychologische Eignung

Vor der Tätigkeit als Triebfahrzeugführer sind eine medizinische Tauglichkeitsuntersuchung und eine psychologische Eignungsuntersuchung verpflichtend, um die sicherheitsrelevante Belastbarkeit nachzuweisen.

Eisenbahner im Betriebsdienst

Eisenbahner im Betriebsdienst ist der klassische Ausbildungsberuf (u. a. Fachrichtung Lokführer und Transport), der zum Triebfahrzeugführer führen kann.

Streckenkunde

Streckenkunde ist die nachzuweisende Kenntnis der zu befahrenden Strecken inklusive Signale, Geschwindigkeiten, Gefällen und Besonderheiten.

Fahrzeugkunde

Fahrzeugkunde ist die nachzuweisende Kenntnis der zu führenden Baureihen inklusive Bedienung, Technik und Verhalten bei Störungen.

Zusatzbescheinigung

Die Zusatzbescheinigung ergänzt den Triebfahrzeugführerschein und weist die konkreten Fahrzeuge, Strecken und das Eisenbahnverkehrsunternehmen aus.

Baureihenberechtigung

Die Baureihenberechtigung erlaubt das Führen einer bestimmten Fahrzeugbaureihe und wird über die entsprechende Fahrzeugkunde erworben.

Triebfahrzeugführer-Prüfung

Die Tf-Prüfung umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil und ist Voraussetzung für die Erteilung des Triebfahrzeugführerscheins.

AZAV-ZulassungAZAV

Die AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) regelt, welche Bildungsträger und Maßnahmen über Bildungsgutschein förderfähig sind.

Ausbildung zum Lokführer

Die klassische Ausbildung zum Lokführer erfolgt meist als dreijährige duale Ausbildung Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport.

Technik

Punktförmige ZugbeeinflussungPZB

Die PZB ist ein Zugbeeinflussungssystem, das an einzelnen Punkten der Strecke prüft, ob der Triebfahrzeugführer Signale korrekt beachtet, und im Ernstfall automatisch bremst.

Linienförmige ZugbeeinflussungLZB

Die LZB ist ein kontinuierliches Zugbeeinflussungssystem, das Hochgeschwindigkeits- und dicht befahrene Strecken durchgehend überwacht und Führerstandssignalisierung ermöglicht.

European Train Control SystemETCS

ETCS ist das europaweit einheitliche Zugbeeinflussungs- und Signalsystem und das Herzstück der digitalen Schiene; es löst nationale Systeme wie PZB und LZB schrittweise ab.

Zugbeeinflussung

Zugbeeinflussung ist der Oberbegriff für technische Systeme, die die Fahrweise überwachen und im Gefahrenfall automatisch bremsen — z. B. PZB, LZB und ETCS.

European Rail Traffic Management SystemERTMS

ERTMS ist das europäische Gesamtsystem für Zugsteuerung und -kommunikation; es umfasst die Zugbeeinflussung ETCS und den Funkstandard GSM-R.

Balise

Eine Balise ist ein im Gleis montierter Datenpunkt, der bei ETCS Informationen wie Position und Streckendaten an das Fahrzeug überträgt.

GSM-R (Zugfunk)GSM-R

GSM-R ist der digitale Bahnfunkstandard auf GSM-Basis für die Kommunikation zwischen Triebfahrzeugführer und Betriebszentrale.

Stellwerk

Ein Stellwerk steuert Signale und Weichen eines Bahnbereichs und sichert so Zugfahrten und Rangierbewegungen.

Elektronisches StellwerkESTW

Das elektronische Stellwerk (ESTW) ist die modernste Stellwerksbauart, bei der Signale und Weichen rechnergestützt gesteuert werden.

Weiche

Eine Weiche ist ein Gleisbauelement, das Schienenfahrzeugen den Übergang von einem Gleis auf ein anderes ermöglicht.

SicherheitsfahrschaltungSifa

Die Sifa (Sicherheitsfahrschaltung) überwacht die Handlungsfähigkeit des Triebfahrzeugführers; bleibt eine Bedienung aus, löst sie eine Zwangsbremsung aus.

Induktive ZugsicherungIndusi

Indusi (induktive Zugsicherung) ist die historische Bezeichnung und Grundlage der heutigen punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB).

Spurkranz

Der Spurkranz ist der innen vorstehende Rand des Eisenbahnrads, der das Fahrzeug in der Spur hält und ein Entgleisen verhindert.

Signal

Fahrzeug

Stromabnehmer

Der Stromabnehmer (Pantograph) ist die Vorrichtung auf dem Dach elektrischer Triebfahrzeuge, die den Fahrstrom aus der Oberleitung aufnimmt.

Neigetechnik

Neigetechnik neigt den Wagenkasten aktiv in Kurven, sodass höhere Kurvengeschwindigkeiten bei gleichem Komfort möglich sind.

Lokomotive

Eine Lokomotive ist ein Triebfahrzeug ohne eigene Nutzlastfläche, das Wagen zieht oder schiebt — im Personen- wie im Güterverkehr.

Elektrolokomotive

Eine Elektrolokomotive bezieht ihre Antriebsenergie über den Stromabnehmer aus der Oberleitung und ist auf elektrifizierten Strecken im Einsatz.

Diesellokomotive

Eine Diesellokomotive erzeugt ihre Antriebsenergie aus einem Dieselmotor und ist unabhängig von der Oberleitung einsetzbar.

Rangierlokomotive

Eine Rangierlokomotive ist eine meist kleinere Lok für das Zusammenstellen und Bewegen von Zügen in Bahnhöfen und Rangierbahnhöfen.

Triebwagen

Ein Triebwagen ist ein angetriebenes Schienenfahrzeug mit eigener Fahrgastfläche, das ohne separate Lok verkehren kann.

Triebzug

Ein Triebzug ist eine fest gekuppelte Einheit aus angetriebenen und nicht angetriebenen Wagen, die als Ganzes verkehrt (z. B. S-Bahn- oder ICE-Züge).

Intercity-ExpressICE

Der Intercity-Express (ICE) ist der Markenname der Hochgeschwindigkeitszüge der Deutschen Bahn im Fernverkehr.

Baureihe

Eine Baureihe ist eine standardisierte Fahrzeugtypklasse; Triebfahrzeugführer benötigen für jede Baureihe eine entsprechende Berechtigung.

Triebfahrzeug

Ein Triebfahrzeug ist ein angetriebenes Schienenfahrzeug — also eine Lokomotive oder ein Triebwagen/Triebzug. Es wird vom Triebfahrzeugführer geführt.

Führerstand

Der Führerstand ist der Arbeitsplatz des Triebfahrzeugführers im Fahrzeug mit den Bedien-, Anzeige- und Sicherungselementen.

Schraubenkupplung

Die Schraubenkupplung ist die klassische, manuell zu bedienende Kupplung im europäischen Eisenbahnverkehr zum Verbinden von Fahrzeugen.

Bremse

Betrieb

Fahrstraße

Eine Fahrstraße ist der für eine Zug- oder Rangierfahrt eingestellte und gesicherte Fahrweg inklusive der zugehörigen Weichen und Signale.

Blockstelle / Blockabschnitt

Der Blockabschnitt ist ein Streckenteil, in dem sich nur ein Zug befinden darf; Blockstellen sichern den nötigen Abstand zwischen Zügen.

FahrdienstleiterFdl

Der Fahrdienstleiter regelt vom Stellwerk aus Zugfahrten und Rangierbewegungen in seinem Bereich und ist eine zentrale betriebliche Funktion.

Rangieren

Rangieren ist das Bewegen von Fahrzeugen abseits regulärer Zugfahrten, etwa zum Zusammenstellen, Trennen oder Umsetzen von Zügen.

Zugfahrt

Eine Zugfahrt ist die gesicherte Fahrt eines Zuges auf einer eingestellten Fahrstraße zwischen Bahnhöfen oder Betriebsstellen.

Buchfahrplan

Der Buchfahrplan ist der Fahrplan für das Triebfahrzeugpersonal mit streckenbezogenen Angaben wie Geschwindigkeiten, Halten und Besonderheiten.

Fahrplan

Der Fahrplan legt Fahrzeiten, Halte und Trassen der Züge fest und bildet die Grundlage für einen geordneten Bahnbetrieb.

Zugnummer

Die Zugnummer identifiziert einen Zug eindeutig im Betrieb und ermöglicht die Zuordnung von Fahrplan, Trasse und Disposition.

LangsamfahrstelleLa

Eine Langsamfahrstelle ist ein Streckenabschnitt mit vorübergehend herabgesetzter Geschwindigkeit, etwa wegen Bauarbeiten oder Mängeln.

Bahnübergang

Ein Bahnübergang ist die höhengleiche Kreuzung von Schiene und Straße, die durch Schranken, Lichtzeichen oder andere Sicherungen geschützt wird.

Zugfolge

Die Zugfolge beschreibt den zeitlichen und räumlichen Abstand aufeinanderfolgender Züge; das Blockprinzip sichert den Mindestabstand.

Eisenbahnbetriebsdienst

Der Eisenbahnbetriebsdienst umfasst alle Tätigkeiten, die den sicheren Ablauf von Zug- und Rangierfahrten gewährleisten — vom Fahren bis zur Disposition.

Disponent / Betriebszentrale

Disponenten steuern in Betriebszentralen den Verkehrsablauf, lösen Konflikte und koordinieren bei Störungen die Zugfahrten.

SchienenpersonennahverkehrSPNV

Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) umfasst Regional- und S-Bahn-Verkehr und ist das häufigste Einsatzfeld für neu ausgebildete Lokführer.

SchienenpersonenfernverkehrSPFV

Der Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) verbindet über lange Strecken die großen Zentren, in Deutschland vor allem mit ICE und Intercity.

SchienengüterverkehrSGV

Der Schienengüterverkehr (SGV) transportiert Güter per Bahn — im Einzelwagen- und Ganzzugverkehr, häufig grenzüberschreitend.

Verkehrsverbund

Ein Verkehrsverbund ist ein Zusammenschluss von Verkehrsunternehmen mit einheitlichem Tarif und abgestimmten Fahrplänen in einer Region.

Gefahrgut

Gefahrgut sind gefährliche Güter, deren Transport auf der Schiene besonderen Vorschriften (international dem RID) unterliegt.

Elektronischer BuchfahrplanEBuLa

Der elektronische Buchfahrplan (EBuLa) zeigt dem Triebfahrzeugpersonal Fahrplan- und Streckendaten digital im Führerstand an.

Vorschrift

Infrastruktur

Förderung

Karriere

Behörde

Eisenbahn-BundesamtEBA

Das Eisenbahn-Bundesamt ist die Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für die Eisenbahnen des Bundes in Deutschland und zuständig für sicherheitsrelevante Regelungen rund um den Bahnbetrieb.

EU-EisenbahnagenturERA

Die European Union Agency for Railways (ERA) ist die Eisenbahnagentur der EU und arbeitet an einheitlichen Sicherheits- und Interoperabilitätsstandards.

EisenbahnverkehrsunternehmenEVU

Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) erbringt Verkehrsleistungen auf der Schiene — also Personen- oder Güterverkehr — und ist der typische Arbeitgeber für Lokführer.

EisenbahninfrastrukturunternehmenEIU

Ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) betreibt die Schieneninfrastruktur (Gleise, Signale, Bahnhöfe) und stellt sie den Verkehrsunternehmen zur Verfügung.

DB InfraGO

DB InfraGO ist die gemeinwohlorientierte Infrastruktursparte der Deutschen Bahn, die 2024 u. a. aus DB Netz hervorgegangen ist und das Schienennetz betreibt.

BundesnetzagenturBNetzA

Die Bundesnetzagentur ist u. a. Regulierungsbehörde für den diskriminierungsfreien Zugang zur Eisenbahninfrastruktur in Deutschland.

Bundesministerium für VerkehrBMDV

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) ist auf Bundesebene für die Verkehrspolitik einschließlich der Eisenbahn zuständig.

Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit entscheidet über Leistungen der Arbeitsförderung — darunter den Bildungsgutschein für eine geförderte Umschulung.

Jobcenter

Das Jobcenter betreut Empfänger von Grundsicherung und kann — wie die Agentur für Arbeit — Bildungsgutscheine für Umschulungen ausgeben.

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